Neues im Fischerweb

Christian
Skwara berichtet vom Fang einer 64 cm langen Regenbogenforelle
aus dem Rheintaler Binnenkanal, Petri Heil
Seit heute 26.11.2010 dürfen wir auch den Fischereiverein Rorschach bei uns im Fischerweb Herzlich willkommen heissen.
Wir suchen jeden Monat das beste Fischerfoto und stellen es einen Monat auf die Startseite, sendet eure Bilder an avi.media@fischerweb.ch
Gerne erwarten wir von euch auch andere Beiträge über Beobachtungen, Missstände oder anderes unter allen Einsendungen werden wir ende des Jahres einen schönen Preis vergeben.
Resolution der
Fischereiverbände der Alpenländer gegen den übertriebenen Ausbau der
Wasserkraft

Am 6. November 2010 haben die
Fischereiverbände der Alpenländer an ihrer Herbsttagung in
Liechtenstein am Alpenrhein an der Illmündung bei Vaduz eine
Resolution gegen den übertriebenen Ausbau der Wasserkraft
unterzeichnet.
Am Vorabend wurde bei einer
Vortragsveranstaltung der Vereinigungen ProFisch Alpenrhein
(Vereinigung der Fischereiverbände Liechtensteins, der Kantone
Graubünden und St. Gallen sowie Vorarlbergs) und Lebendiger
Alpenrhein (Zusammenschluss verschiedener Umwelt- und
Naturschutzorgansiationen) über den desolaten Zustand vieler
Alpenflüsse insbesondere im Hinblick auf die Wasserkraftnutzung
debattiert.
Die Resolution wurde an der
Illmündung in den Alpenrhein im Bundesland Vorarlberg im Grenzraum
(Dreiländereck) Österreich, Schweiz und Liechtenstein unterzeichnet.
Dort planen die Stadtwerke Feldkirch den Bau eines Laufkraftwerks
obwohl Alpenrhein und Ill schon mehr als genug von den Auswirkungen
der Wasserkraft gezeichnet sind. Der Naturschutzbescheid der
Voralberger Landesregierung für das an der Illmündung geplante
Wasserkraftwerk fiel auf Unverständnis der 5 Mitgliedsverbände der
ARGEFA.
Resolution:
Seitdem der Klimaschutz als
politisches Ziel weltweit an Bedeutung gewinnt, herrscht ein
regelrechter Wasserkraftboom. Gerade in den Alpenländern gibt es für
den Neubau von Wasserkraftwerken eine Flut von Anträgen. Das große
Gefälle in Verbindung mit dem Wasseraufkommen der Alpenregion kommt
hier zum Tragen.
Die Befürworter des Ausbaus
suggerieren, dass der Strom aus Wasserkraft gerade im Hinblick auf
die Diskussion bzgl. des Klimawandels umweltfreundlich sei. Die
ökologischen und fischereilichen Schäden sowie die nachweislich sehr
geringe CO2-Einsparung sind oft nicht bekannt oder werden
bewusst verschwiegen.
Im Alpenraum befinden sich
derzeit weit über 10.000 meist kleinere Wasserkraftwerke. Der
überwiegende Anteil dieser Anlagen (ca. 95 %) produziert lediglich
10 % des durch Wasserkraft erzeugten Stroms. Der Anteil Wasserkraft
an der Gesamtstromproduktion (AKW, Kohle, etc.) beträgt im Alpenraum
je nach Region zwischen 20 und 100 %. In den Kernregionen der Alpen
übersteigt die Produktion bei weitem den lokalen Bedarf.
Medienmitteilung:
Arbeitsgemeinschaft ProFisch
Alpenrhein gegründet.
Die Fischereiverbände im Einzugsgebiet
des Alpenrheins schliessen sich zur Arbeitgemeinschaft ProFisch
Alpenrhein zusammen.

Um den Alpenrhein und seine Zuflüsse als
Lebensraum und Hauptzufluss des Bodensees Verbindung zu erhalten und
vor allem wieder zum Funktionieren zu bringen, haben sich die
Fischereiverbände Liechtenstein, Graubünden, St. Gallen und
Vorarlberg zur Arbeitsgemeinschaft ProFisch Alpenrhein
zusammengeschlossen.
Um diese Ziele zu erreichen stehen
folgende Aktivitäten im Vordergrund:
- Information und Motivation der
Bevölkerung über die Vorteile eines naturnäheren
Alpenrheinsystems,
- aktives Einbringen von Erfahrungen und
praktischem Wissen bei der Umsetzung der bestehenden Konzepte und
Massnahmenpläne der nationalen und internationalen Behörden insbes.
der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) und der
Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei
(IBKF),
- Zusammenarbeit und Bündeln der Kräfte
mit den Umwelt – und
Naturschutzverbänden.
- Zusammenarbeit mit den verschiedenen
„Nutzern“ des Flusssystems in den Bereichen der Energiegewinnung,
des Flussbaus, der Landwirtschaft, der
Siedlungswasserwirtschaft oder dem
Tourismus.
Das Flusssystem Alpenrhein wurde seit
Jahrhunderten schrittweise für den Menschen nutzbar gemacht.
Begradigungen, Verbauungen, Abwassereinleitungen, Kiesentnahmen oder
in den letzten Jahrzehnten zunehmend auch die Wasserkraftnutzung
führten in der Summe zu einem sehr naturfernen Zustand. Dies kommt
im Entwicklungskonzept Alpenrhein der IRKA und aus zwischenzeitlich
durchgeführten wissenschaftlichen Gesamtuntersuchungen speziell der
Fische als Bioindikatoren klar zum
Ausdruck. So zeigt die fischökologische
Bestandesaufnahme im Jahre 2005 der
Fischereifachstellen im Einzugsgebiet, ein geradezu katastrophales
Ergebnis. Die Biomasse des Fischbestandes lag lediglich bei 7 kg/ha,
Wanderfische aus dem Bodensee wie Seeforellen und Felchen mit
eingerechnet. Ein „normaler“ Fischbestand könnte durchaus eine
Biomasse von 100 – 200 kg/ha aufweisen.
Von den ursprünglich 31 im Alpenrhein
vorkommenden Fischarten konnten lediglich 11 Arten nachgewiesen
werden.
Mit der Zusammenarbeit wollen die
Fischereiverbände die bisher erreichten Erfolge zur Verbesserung des
Alpenrheins als Lebensraum sichern und die Umsetzung geplanter
Schutzmassnahmen beschleunigen. Grosse Sorgen bereitet den Fischern
derzeit speziell die grosse Zahl an Bauvorhaben für neue
Wasserkraftanlagen im ganzen Alpengebiet. Infolge von staatlichen
Fördermassnahmen für erneuerbare Energien „boomt“ auch der weitere
Ausbau der vermeintlich umweltfreundlichen Wasserkraft. Dies obwohl
die bestehenden Probleme aus der Wasserkraftnutzung wie die täglich
unnatürlich schwankende Wasserführung infolge der schwallartigen
Bewirtschaftung der Speicherkraftwerke, verstärkt durch periodische
Stauraumspülungen oder trockengelegte Gewässerstrecken, nicht gelöst
sind.
| 13-11-11 | FVO | Fischessen |
| Ganz Jährig | Rauch Lachs |
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