Neues im Fischerweb

 

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Botschafterin für gesunde Flüsse: Groppe ist Fisch des Jahres 2014

 

 

Die Groppe sei in der Schweiz stark verbreitet, schreibt der Verband. Der kleine Fisch ist in den Einzugsgebieten von Rhein, Werdenberger Binnen-Kanal, Rhone und Po anzutreffen - in Bächen und Flüssen, teilweise auch in Seen. Er hat einen grossen Kopf, eine glatte, schuppenlose Haut und markante Flossen.
Für einen Fisch eher untypisch ist die Fortbewegungsart der Grope: Diese erfolgt über eine Art «Hüpfen» nahe des Gewässergrunds. Denn Groppe haben eine degenerierte Schwimmblase und sind deshalb schlechte Schwimmerinnen.
Um sich vor Strömungen und Feinden zu schützen, hält sich die Fischart stets in der Nähe von Steinen oder Totholz auf, um jederzeit in Deckung gehen zu können. Dank guter Tarnung ist die Groppe als Meisterin im Verstecken bekannt.
Vor den grössten Feinden bietet die Tarnung jedoch keinen Schutz: Dazu gehören künstliche Uferverbauungen sowie begradigte Bäche und Flüsse. Einerseits fehlt dem Fisch in monotonen Fliessgewässern die Lebensgrundlage. Andererseits ist die Groppe nicht in der Lage, Dämme, Querbauten oder andere Hindernisse zu überwinden.
Das ist fatal, weil sich die Groppe etwa zum Verlaichen in andere Gewässerabschnitte verschieben können muss. Bleibt sie am selben Ort, sinkt die genetische Vielfalt, und die Fischart verbreitet sich nicht weiter.
Ohne natürliche Lebensräume hat die Groppe also keine Zukunft. Oder anders ausgedrückt: «Dort, wo es Groppen gibt, stimmt der Lebensraum in und am Gewässer», schreibt der Schweizerische Fischerei-Verband in seiner Mitteilung.
Dem Fisch kommt somit die Rolle eines natürlichen Botschafters für gesunde Gewässer zu. Der Verband fordert, zum Schutz der Groppen und anderer Arten beim Gewässerschutz und der Renaturierung von Gewässern vorwärts zu machen.
Im Jahr 2013 waren im Thunersee zwei neue Groppenarten entdeckt worden. Der Fund eines Teams des Wasserforschungsinstituts eawag sorgte für Aufsehen, weil zuvor nur im über 25 Millionen alten Baikalsee verschiedene neue Groppenarten gefunden worden waren.
Die Entwicklung dieser 35 Arten dauerte mehrere hunderttausend Jahre. Der Thunersee hingegen sei erst nach der letzten Eiszeit, vor rund 12'000 Jahren entstanden, schreibt der Fischerei-Verband. Das lasse darauf schliessen, dass die Evolution viel schneller ablaufe als bisher angenommen.

 

 

Bei einer Begehung der Samina wurden am Sonntag zirka 70 tote Fische gefunden. Die Landespolizei und das Amt für Umweltschutz haben Abklärungen bezüglich der Ursache des Fischsterbens angestellt. Die Ermittlungen führten zum Ergebnis, dass das Fischsterben durch die Käserei auf der Alpe Sücka verursacht wurde.

Vaduz – Am Sonntag, 18. November 2012, haben Vertreter des Fischereivereins und der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) bei einer Begehung der Samina beim Pumpwerk Rietern, nördlich von Steg, zirka 70 tote Fische vorgefunden. Sie meldeten dies der Landespolizei.

Die Landespolizei und das Amt für Umweltschutz haben am Sonntagnachmittag den Tatbestand vor Ort aufgenommen und in der Folge Abklärungen bezüglich der Ursache des Fischsterbens angestellt. Aufgrund der Schaumbildung konnte die Einleitstelle der Verunreinigung an der Samina rasch gefunden werden. Es wurden Wasserproben entnommen und die chemische und pathologische Untersuchung der toten Fische in Auftrag gegeben.
Die Ermittlungen wurden am Montag 19. November fortgesetzt und führten zum Ergebnis, dass das Fischsterben durch die Käserei auf der Alpe Sücka verursacht wurde. Dort werden zur Reinigung der milchverarbeitenden Anlagen chemische Reinigungs- und Desinfektionsmittel eingesetzt, die aufgrund eines bis heute unbekannten Fehlanschlusses der Bodenabläufe im Kühl- sowie im Geschirrwaschraum an die Regenwasserleitung in die Samina abgeleitet wurden.

Die Ermittlungen ergaben zudem, dass die von der Käserei Sücka in die Samina abgeleiteten Desinfektionsmittel stark alkalisch sind, teils schäumen und stark ätzend wirken. Diese Stoffe sind gewässergefährdend und dürfen deshalb keinesfalls in ein Gewässer eingeleitet werden. Sie sind eindeutig Ursache für das Fischsterben in der Samina. Betroffen war der Fischbestand auf eine Strecke von zirka 500 Meter Länge ab der Einleitstelle des Abwassers von der Sücka bis zum Pumpwerk Rietern.

 

 

 

 

 

Resolution der Fischereiverbände der Alpenländer gegen den übertriebenen Ausbau der Wasserkraft

 

Am 6. November 2010 haben die Fischereiverbände der Alpenländer an ihrer Herbsttagung in Liechtenstein am Alpenrhein an der Illmündung bei Vaduz eine Resolution gegen den übertriebenen Ausbau der Wasserkraft unterzeichnet.

Am Vorabend wurde bei einer Vortragsveranstaltung der Vereinigungen ProFisch Alpenrhein (Vereinigung der Fischereiverbände Liechtensteins, der Kantone Graubünden und St. Gallen sowie Vorarlbergs) und Lebendiger Alpenrhein (Zusammenschluss verschiedener Umwelt- und Naturschutzorgansiationen) über den desolaten Zustand vieler Alpenflüsse insbesondere im Hinblick auf die Wasserkraftnutzung debattiert.

Die Resolution wurde an der Illmündung in den Alpenrhein im Bundesland Vorarlberg im Grenzraum (Dreiländereck) Österreich, Schweiz und Liechtenstein unterzeichnet. Dort planen die Stadtwerke Feldkirch den Bau eines Laufkraftwerks obwohl Alpenrhein und Ill schon mehr als genug von den Auswirkungen der Wasserkraft gezeichnet sind. Der Naturschutzbescheid der Voralberger Landesregierung für das an der Illmündung geplante Wasserkraftwerk fiel auf Unverständnis der 5 Mitgliedsverbände der ARGEFA.

Resolution:

Seitdem der Klimaschutz als politisches Ziel weltweit an Bedeutung gewinnt, herrscht ein regelrechter Wasserkraftboom. Gerade in den Alpenländern gibt es für den Neubau von Wasserkraftwerken eine Flut von Anträgen. Das große Gefälle in Verbindung mit dem Wasseraufkommen der Alpenregion kommt hier zum Tragen.

Die Befürworter des Ausbaus suggerieren, dass der Strom aus Wasserkraft gerade im Hinblick auf die Diskussion bzgl. des Klimawandels umweltfreundlich sei. Die ökologischen und fischereilichen Schäden sowie die nachweislich sehr geringe CO2-Einsparung sind oft nicht bekannt oder werden bewusst verschwiegen.

Im Alpenraum befinden sich derzeit weit über 10.000 meist kleinere Wasserkraftwerke. Der überwiegende Anteil dieser Anlagen (ca. 95 %) produziert lediglich 10 % des durch Wasserkraft erzeugten Stroms. Der Anteil Wasserkraft an der Gesamtstromproduktion (AKW, Kohle, etc.) beträgt im Alpenraum je nach Region zwischen 20 und 100 %. In den Kernregionen der Alpen übersteigt die Produktion bei weitem den lokalen Bedarf.

 

Medienmitteilung:

 

Arbeitsgemeinschaft ProFisch Alpenrhein gegründet.

 

Die Fischereiverbände im Einzugsgebiet des Alpenrheins schliessen sich zur Arbeitgemeinschaft ProFisch Alpenrhein zusammen.

 

Um den Alpenrhein und seine Zuflüsse als Lebensraum und Hauptzufluss des Bodensees Verbindung zu erhalten und vor allem wieder zum Funktionieren zu bringen, haben sich die Fischereiverbände Liechtenstein, Graubünden, St. Gallen und Vorarlberg zur Arbeitsgemeinschaft ProFisch Alpenrhein zusammengeschlossen.

Um diese Ziele zu erreichen stehen folgende Aktivitäten im Vordergrund:

 

- Information und Motivation der Bevölkerung über die Vorteile eines naturnäheren

Alpenrheinsystems,

- aktives Einbringen von Erfahrungen und praktischem Wissen bei der Umsetzung der bestehenden Konzepte und Massnahmenpläne der nationalen und internationalen Behörden insbes. der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) und der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF),

- Zusammenarbeit und Bündeln der Kräfte mit den Umwelt – und

Naturschutzverbänden.

- Zusammenarbeit mit den verschiedenen „Nutzern“ des Flusssystems in den Bereichen der Energiegewinnung, des Flussbaus, der Landwirtschaft, der

Siedlungswasserwirtschaft oder dem Tourismus.

 

Das Flusssystem Alpenrhein wurde seit Jahrhunderten schrittweise für den Menschen nutzbar gemacht. Begradigungen, Verbauungen, Abwassereinleitungen, Kiesentnahmen oder in den letzten Jahrzehnten zunehmend auch die Wasserkraftnutzung führten in der Summe zu einem sehr naturfernen Zustand. Dies kommt im Entwicklungskonzept Alpenrhein der IRKA und aus zwischenzeitlich durchgeführten wissenschaftlichen Gesamtuntersuchungen speziell der

Fische als Bioindikatoren klar zum Ausdruck. So zeigt die fischökologische

Bestandesaufnahme im Jahre 2005 der Fischereifachstellen im Einzugsgebiet, ein geradezu katastrophales Ergebnis. Die Biomasse des Fischbestandes lag lediglich bei 7 kg/ha, Wanderfische aus dem Bodensee wie Seeforellen und Felchen mit eingerechnet. Ein „normaler“ Fischbestand könnte durchaus eine Biomasse von 100 – 200 kg/ha aufweisen.

Von den ursprünglich 31 im Alpenrhein vorkommenden Fischarten konnten lediglich 11 Arten nachgewiesen werden.

Mit der Zusammenarbeit wollen die Fischereiverbände die bisher erreichten Erfolge zur Verbesserung des Alpenrheins als Lebensraum sichern und die Umsetzung geplanter Schutzmassnahmen beschleunigen. Grosse Sorgen bereitet den Fischern derzeit speziell die grosse Zahl an Bauvorhaben für neue Wasserkraftanlagen im ganzen Alpengebiet. Infolge von staatlichen Fördermassnahmen für erneuerbare Energien „boomt“ auch der weitere Ausbau der vermeintlich umweltfreundlichen Wasserkraft. Dies obwohl die bestehenden Probleme aus der Wasserkraftnutzung wie die täglich unnatürlich schwankende Wasserführung infolge der schwallartigen Bewirtschaftung der Speicherkraftwerke, verstärkt durch periodische Stauraumspülungen oder trockengelegte Gewässerstrecken, nicht gelöst sind.

 

Das aktuellste Beispiel eines neuen Wasserkraftwerkes in unserer Region, ist das bereits weit in der Planung fortgeschrittene Kraftwerk unmittelbar an der Illmündung in den Alpenrhein. Die Ill gehört zu den wichtigsten Alpenrheinzuflüssen - auch für die nach wie vor bedrohte Bodensee - Seeforelle. Durch das neue Kraftwerk wird somit die ökologische Funktionsfähigkeit des gesamten Flusssystems Alpenrhein/Bodensee negativ betroffen.